
Wo das Wasser immer so dicht an den Gemeinden und Städten zu erreichen ist, kein Ort auf der Insel Rügen ist weiter als 7 km vom Wasser entfernt, sind natürlich auch die Zugänge zum feuchten Element nicht weit entfernt. Bedingt durch den traditionellen Fischfang gab es seit alter her Anlegestege für die kleinen Boote der Küstenfischerei. Daraus haben sich in dörflichen Gemeinschaften teilweise kleine Fischerhäfen entwickelt.
Häfen , die früher wichtig im Umschlag waren, haben durch andere Verkehrsanbindungen ihre Aufgaben verloren (Altefähr, Martinshafen), andere durch politische Entscheidungen enorm an Bedeutung gewonnen (Sassnitz, Mukran).
Der Freizeitsport Segeln hat auf Rügen, wie auch sonst an der ostdeutschen Ostseeküste, erst nach der Wende eine ganze Reihe von Seglerhäfen entstehen lassen. Aktuell gibt es über 20 Sport- und Yachthäfen auf Rügen und Hiddensee. Nur einige weisen die Ausstattungen und Komfort aus, die man heute an einem Seglerhafen stellt.

Dieser Hafen wurde ursprünglich von Fürst Wilhelm Malte zu Putbus als Anlegestelle für das Schiff des damaligen Preußenkönigs konzipiert, der des Öfteren seinen Erholungsurlaub in Putbus verbrachte und deshalb im - vom selben Fürsten gegründeten- ersten Seebad Rügens, Lauterbach, an Land ging. Da Wilhelm Malte zu Putbus aber nicht genug Geld besaß, bat er die preußische Regierung um finanzielle Unterstützung.
Durch Zwischenfälle wurde der Bau jedoch immer wieder verschoben: So musste z.B. kurzfristig eine Quarantänestation auf Mönchgut finanziert werden. Ironischerweise wurde die fürstliche Landungsbrücke schließlich 1835, fast 15 Jahre nachdem der Preußenkönig zum ersten Mal Putbus besucht hatte, aus den Materialien eben jener überflüssig gewordenen Quarantänestation konstruiert.
Seit dieser Zeit hat der Lauterbacher Hafen eine Vielzahl an Umbauten und Erweiterungen erfahren. In den 80er Jahren konnte er bereits einen Güterumschlag von 15.000 Tonnen und 2.500 Tonnen Frischfang vorweisen.
Heute herrscht hier besonders in der Saison reges Treiben. Neben einigen Verkaufs-Ständen gibt es auch Kuriositäten wie das Räucherschiff Berta zu entdecken, in dem man einen Imbiss der besonderen Art zu sich nehmen kann.


Am Ende des 19. Jahrhunderts beschloss das kaiserlich-preußische Seefahrtsamt in einer kleinen Rügener Gemeinde einen großen Fischerei -und Fährhafen bauen zu lassen. Da die Tiefwasserküste über keinen natürlichen Schutz des Hafens verfügte, errichtete man gleichzeitig eine Steinmole zum Schutz des Hafens.
Heute gilt dieses - ehemals unbedeutende - Fischerdörfchen Sassnitz als d i e Hafenstadt Rügens.
Nach der Wiedervereinigung wurde der Hafen grundlegend als Stadthafen umgebaut. Der Fährverkehr nach Skandinavien wurde mit in den Fährhafen Sassnitz Mukran integriert.
Heute ist der Fischereihafen im Stadthafen ein wichtiger Anlande - und Umschlagplatz für Frischfang aus der Ostsee (z.B. Dorsche, Flundern, Zander oder Heringe), präsentiert sich aber auch als Tourismushafen. An der Mole als auch am Hauptpier des Stadthafens sind die Anlegestellen der Fahrgastschiffe und Fischkutter, die hier touristische Rundfahrten anbieten.
Sehr empfehlenswert sind die Fahrten mit der Reederei Lojewski an die Kreideküste bis zum Königsstuhl, die den Fahrgästen auch sehr ausführlich erklärt werden.
Für Segel- bzw. Motorjachten sind 120 Liegeplätze entstanden.
Beim Gang über die gewaltige Außenmole, die mit ihren 1.444 Metern als die längste in Europa gilt, kann man den Flair des Hafens genießen, an den Räucherschiffen die Früchte des Meeres verkosten, am Hauptpier in den gemütlichen Kneipen und Gaststätten sitzen oder die in den letzten Jahren entstandenen Museen besuchen.
Siehe auch
Stadt Sassnitz
Fährhafen Sassnitz/Mukran
