Der Ortsteil Prora gehört zu der Gemeinde Binz.
Er liegt in der Region Bäderküste.
Prora, nordwestlich gelegener Ortsteil von Binz und bekannt durch den Koloss von Prora. Der Name leitet sich ab aus der Prorer Wiek, der natürlichen Bucht zwischen Jasmund und der Granitz.
Dieser gigantische Bau mit 4,5 km Länge einst von Hitler als KdF-Bad für 20.000 Urlaubsunterkünfte geplant, besteht aus 8 gleichen je 550 Meter langen, sechsgeschossigen Bettenhäusern mit insgesamt 10.000 Gästezimmern für 2 Personen, die sich wie an einer Schnur auf der langen geraden Küste aneinanderreihen. Mit Beginn des 2. Weltkrieges werden die Bauarbeiten an den im Rohbau fertiggestellten Gebäuden eingestellt. Die Versorgungsgebäude werden nie gebaut.
Kurz vor Ende des Krieges werden sie teilweise als Lazarett genutzt. Zu DDR-Zeiten wird das Gelände Sperrgebiet und militärisch genutzt. An den letzten Blöcken werden militärische Sprengübungen ausgeführt. Die Bundeswehr als Nachfolger gibt den Standort 1992 auf.
Seit dem konnte die Bundesrepublik mit der Verwaltung des Bundesvermögensamtes kein eigenes oder fremdes tragfähiges Konzept für den gigantischen Bau der unter Denkmalschutz stehende Anlage finden. Die Bausubstanz verfällt durch Witterungseinflüsse und Vandalismus immer mehr.
2004 wurde Block 6 an einen unbekannten Käufer versteigert. Zwischenzeitlich wurd die sogenannte Museumsmeile, Block 3, über mehrere Jahre von mehreren Museen und Galerien genutzt. Mit dem Verkauf des Blockes 2005 an die Inselbogen GmbH sind die Museen und Galerien ausgezogen. Block V wird nach dem Beschluß des Kreistages im Dezember 2005 vom Landkreis als Jugendherberge mit Zeltplatz ausgebaut und vom DJH-Werk betrieben. Der Zeltplatz ist schon eröffnet. 2006 wurden die Blöcke 1 und 2 an die Prora Projektentwicklungs GmbH in Binz veräußert. So ist zu hoffen, dass damit eine positive Entwicklung für den Gesamtkomplex eingeleitet ist.

Das KDF Bad Prora, ein nie fertig gestellter, riesiger Gebäudekomplex

Die kilometerlange Einheitsfront des KDF-Komplexes

Badende am Strand, hier als Bronze-Plastik