Ja, es gibt sie tatsächlich. Drei verschiedene Spurweiten bei dem Eisenbahn-Streckennetz auf Rügen.
Mit ca. 80 km Normalspurstrecke ist die Insel Rügen ab dem Rügendamm erschlossen.
Die Hauptstrecke führt von Stralsund fast parallel zur B 96 bis Bergen und von dort am kleinen Jasmunder Bodden vorbei, über den Damm nach Lietzow über Sagard nach Sassnitz.
Früher ging es dann vom Bahnhof in den Hafen zur Fähre. Seit der Auslagerung des Fährbetriebes aus dem Stadthafen in den Fährhafen Sassnitz-Mukran ist jetzt schon kurz hinter Lietzow der Abzweig zum Fährhafen Mukran.
Hinter Lietzow ist auch der östliche Abzweig bis in das Ostseebad Binz, nicht nur für die Regionalbahn, in der Saison auch für IC und Nachtzug.
Diese Strecken sind alle elektrifiziert und bis kurz vor Lietzow zweispurig ausgebaut.
Eine nicht elektrifizierte Strecke führt von Bergen über Putbus bis Lauterbach auf Normalspur, wobei sich die Strecke zwischen Putbus und Lauterbach Mole die Normalspur mit der Schmalspur teilen. Eine interessante Gleisanlage seit 1999 mit 3 Schienen in einem Gleisbett.
Zwischen Putbus und Göhren dann auf gut 24 Kilometer die Schmalspurbahn des Rasenden Rolands.
Ja, und wo gibt es die 3. Spurweite?
In dem weit verzweigten und über mehrere Kilometer parallel über mehrere Trassen liegenden Schienensträngen für die Umachsung auf die osteuropäische Breitspur, mit der die Waggons auf die Fähren verladen werden.
Mukran ist in Westeuropa der einzige Umachsstandort für die russische Breitspur.

Der Rasende Roland ist eine nostalgische Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 750 Millimeter.
Sie fährt mit liebevoll unterhaltenen, teilweise beinahe 100 Jahre alten Dampflokomotiven und Waggons, die schmuck herausgeputzt sind. Sie unterhält auf einem eigenen Schienennetz, das Putbus über Binz, Sellin und Baabe mit Göhren verbindet, immer noch einen regulären Schienenbetrieb. 1999 wurde die Schmalspur auf der Trasse der Normalspur bis auf die Mole Lauterbach verlängert.
Jedem Rügenbesucher sei eine Fahrt mit diesem Stück Geschichte ans Herz gelegt, allein schon des charakteristischen Pfeifens wegen, das die schnaubende Lock traditionell auf den Bahnhöfen der kleinen Gemeinden erschallen lässt.